| Im Archipel der
Inseln östlich von Neuguinea, in Melanesien, gibt es ein einzigartiges
Tauschhandelssystem, das als der KULA-Ring bekannt ist. Dieses System,
das unterschiedliche Inselkulturen miteinander verbindet, wurde von dem
Ethnographen Bronislaw Malinowski zwischen 1915 und 1918 erforscht.
KULA-OBJEKTE
sind bedeutende Statussymbole, ein erfolgreicher KULA-Partner gewinnt
in der Regel an politischen Einfluß. Die Objekte sollen nur kurz
im Besitz eines Menschen bleiben und müssen nach Vorgaben in bestimmten
Richtungen zirkulieren. Je länger ein Gegenstand im Umlauf ist, umso
wertvoller wird er.
Für die
KULA-Expedition benutzt man eigens dafür hergestelle, reich dekorierte
seetüchtige Kanus, die sogenannten MASAWA. Die Konstruktion, der Stapellauf
und das Segeln dieser Boote ist mit viel Magie verbunden. So vollführt
man mehrere Zeremonien, um die Kanus vor Verhexung, bösen Geistern
und vor den Gefahren der See zu schützen. Ein KULA-Kanu nimmt bis
zu 14 Mann auf, die es über weite Entfernungen segeln und rudern.
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